Zum Mitnehmen? - Steuertricks bei McDonalds

25.August 2006

Letztens war ich mal wieder bei McDonalds. Ich mach das nicht oft, aber ab und zu hat man halt keine andere Möglichkeit zu essen. Ich bestellte ein Sparmenü für 4,79€. So weit so gut.

Wieviel Prozent Mehrwertsteuer (oder besser: Umsatzsteuer) gehen denn von so einem Sparmenü an den Staat?

Da McDonalds (rein rechtlich und auch wirklich nur rein rechtlich) ein Restaurant ist, und das Essen in einem Restaurant eine Dienstleistung ist, wird das “Essen” mit einer Umsatzsteuer von 16% belastet (zukünftig 19%).

Bei einer Umsatzsteuer von 16% bedeutet dies:
Netto: 4,13€
Umsatzsteuer 16%: 0,66€
Das heißt, dass von einem Sparmenü 66 Cent an den Staat abgeführt werden.

So weit so gut. Alles klar meint man. Nahrungsmittel werden in Deutschland allerdings nur mit einer Umsatzsteuer von 7% belastet. Wenn man bei McDonalds also ein Essen mit der Absicht kauft, es nicht im Restaurant zu verzehren (sondern es mitnehmen möchte) werden nur 7% statt 16% fällig, da dann der ermäßigte Steuersatz für Lebensmittel gilt.

Bei einer Umsatzsteuer von 7% bedeutet dies:
Der feste Nettobetrag von vorher: 4,13€
Umsatzsteuer 7%: 0,29€

Das wiederum heißt, dass ein Sparmenü, welches mitgenommen wird, rechnerisch nur 4,42€ kostet. Cool, da kann man ja sparen!

Denkste: Folgende Szene spielte sich nämlich im McDonalds ab:

Verkäuferin: “Zum Mitnehmen?”
Ich: “Nein.”
Verkäuferin: “….”
Ich: “Wird das Essen billiger, wenn ich es mitnehme und nicht hier esse?”
Verkäuferin: “Nein.”
Ich: “Wieso, die Umsatzsteuer ist doch niedriger?”
Verkäuferin: “Tja…” (Grinsen.)

Wie war das? Meine 37 Cent Umsatzsteuerdifferenz?! Wie geht das denn?

Erstmal habe ich natürlich auf die Preisschilder geschaut. Komisch, da stand nicht, ob die Umsatzsteuer im Preis enthalten ist… McDonalds fährt bei den Preisen ganz offensichtlich zweigleisig. Das heißt, dass die Preise zum Mitnehmen genau so berechnet werden, dass sich die eigentliche Differenz der Umsatzsteuer ausgleicht. Jetzt wird auch klar, warum McDonalds immer fragt, ob man das “Essen” denn mitnehmen möchte: Höherer Gewinn.
Das finde ich ungerecht. McDonalds profitiert gleich doppelt. Das Unternehmen hat weniger Arbeit (da man das Restaurant nicht in Anspruch nimmt), und macht zusätzlich mehr Gewinn. Rein rechtlich scheint man keinen Anspruch auf die Erstattung der Umsatzsteuer zu haben. Trotzdem: wo wird ersichtlich, dass McDonalds zwei verschiedene Netto-Preise hat?

Sogar wenn McDonalds sich rechtlich nicht schuldig macht, moralisch schon. Der Gewinn, den McDonalds (oder der Franchisenehmer) zusätzlich einstreicht, steht moralisch entweder dem Käufer oder gleich dem Staat zu. Und selbst falls McDonalds eine Mischkalkulation fährt (d.h. fest mit diesen Mehreinnahmen rechnet) sollte man die Kunden in jedem Fall über diesen Sachverhalt aufklären. Denn dann kann man immer noch entscheiden, ob man einverstanden ist: Im Restaurant essen, und dem Staat helfen, oder Mitnehmen und einem zweifelhaften Großkonzern helfen.
Alex

P.S.: Ähnliche Informationen habe ich hier gefunden. Ab nächstem Jahr wird es durch die nochmals erhöhte Umsatzsteuer natürlich noch interessanter. Wenn ihr die Verkäufer bei McDonalds ärgern wollt: Immer nach der Preisdifferenz fragen (”…und mein Rückgeld?”) und eine Quittung verlangen, wo die Umsatzsteuer vermerkt ist. Es soll auch schon Fälle gegeben haben, wo McDonalds nur 7% abgerechnet hat, obwohl der Kunde im Restaurant gegessen hat: Das nennt man dann Steuerbetrug.

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Artikel gespeichert unter: Nachrichten und Journalismus

bisher 12 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Wie lange darf Fastfood d&hellip  |  30.September 2006 at 10:02

    [...] Gestern abend. Lange gearbeitet. Keine Lust selbst zu kochen. Okay. Es scheint Zeit für Fastfood zu sein. Also auf dem Heimweg schnell bei McDönälds vorbei. Nen BürgerKing gibt’s ja auf dem Weg nicht… Ich betrete den Laden - und stehe quasi schon in der Warteschlange. »Das kann ja heiter werden…«. hab ich mir gedacht. Aber warten ist wohl besser als nix zu essen. Nach zwanzig Minuten bin ich in der Mitte des Bratling-Tempels angekommen. Da merke ich, wie die Perle, die hinter mir in der Schlange steht langsam nach rechts ausschert und für jeden Schritt, den ich mach, so eineinhalb Schritte macht. »Okay«, denke ich mir, »der Plant scheint eindeutig.«. Ich lächle sie wissend an. Sie schaut weg, lässt sich nicht beirren. Diese Spiel spielen wir fünf Minuten weiter. Als ich gerade ansetze, ihr ihre Missetat aufzuzeigen und sie verbal ans Ende der Schlange zu katapultieren, dreht sie sich auf dem Absatz um und verschwindet. Zehn Minuten warten für garnix wär mir ja auch zu doof. Vor allem, da man mittlerweile schon die Kasse sehen kann. Und da erkenne ich auch das Problem: Vier Kassen vorhanden, zwei Kassen geöffnet. Und es bedienen der Prinz und die Prinzessin Valium. Denen kann man beim Tippen die Fingernägel schneiden und wenn denen schwarz vor Augen wird, dann weil sie eingeschlafen sind. »Sei tapfer!«, denke ich und sehe, wie die gestressten Bedienungen Cheeseburger auf dem Fußboden verteilen. Mir drängt sich die Frage auf, warum wohl der Bratmaxe in der Küche immernoch Cheeseburger in die Durchreiche stopft, wo da schon mindestens 100 Stück lagern. Sieht der nicht, daß sich die anderen Fächer bedrohlich leeren? Werde ich gleich nur noch Cheeseburger direkt mitnehmen können und auf alle anderen Bulettenbrötchen warten müssen? Panik macht sich breit. Ich warte mittlerweile 35 Minuten, da scheint vorne etwas zu passieren. Olé, Olé! Die wechseln den schnarchenden Kassierer aus! Doch die Freude währt nur kurz. Genauergesagt bis zum nächsten Kunden. Der Neue ist nämlich noch langsamer als der Ausgewechselte, spricht aber dafür ein besseres Türkisch. Ich verfluche mich dafür, nicht endlich mal mit dem Lernen dieser schönen Sprache angefangen zu haben. Es gibt einfach Momente in denen man in meinem geliebten Ruhrpott mit türkisch schneller ans Ziel kommt als mit deutsch… »Lenk dich ab. Es sind nur noch ein paar Meter…«, denke ich und drehe mich einfach mal nach hinten um. Die Warteschlange endet immernoch kurz hinter der Eingangstür, dafür haben es emsige Mitarbeiter der Burgerbraterei aber mittlerweile geschafft vor dem Laden die Stühle und Tische wegzuräumen und die Straße zu fegen. Ist ja auch wichtig. Man muß halt Prioritäten setzen. Wenn die Stühle draußen noch stehen, ist an den eigenen Feierabend nicht zu denken… Sollen sich die Anderen doch um das wartende Pack kümmern… Ich wende den Blick wieder nach vorn. Vierzig Minuten sind schon vorbei, aber ich bin endlich an der Reihe. Ich gebe meine Bestellung auf, werde gefragt ob ich für den Einen oder Anderen Burger nicht was Anderes wolle, oder eventuell auf den bestellten Burger warten möchte. »Scheißegal!«, denke ich mir und stimme allen angebotenen Alternativburgern zu. Der arme Kerl hinter der Theke ist total durch den Wind. Scheint sein erster Tag zu sein. Feuerprobe. Meine Vorraussage: er wird nicht lange bleiben. Wie sich später herausstellt habe ich nämlich zum Einen zuviele Burger und zum Anderen gut 30 Prozent Chicken-Nuggets zu viel in der Tüte. Irgendwie tut er mir Leid. Und weil dem so ist (und weil mein türkisch viel zu schlecht ist…) verzichte ich darauf ihn zu Fragen, ob ich bei einer Außer-Haus-Bestellung nicht noch 9% überschüssig bezahlte Märchensteuer wiederbekommen sollte… (siehe hier. Ich raffe also meine Nahrung zusammen und verlasse nach rund 50 Minuten den Laden. Mein restlicher Heimweg verläuft ebenso ohne Komplikationen, wie die anschließende Nahrungsaufnahme und beides zusammen dauert ungefähr halb so lange wie die Beschaffung des Fastfoods. Ich lerne also: Das »fast« in Fastfood bezieht sich Eindeutig auf den Vorgang des Essens und keinesfalls auf ein schnelles Bedientwerden im Bratlingtempel. [...]

  • 2. Stephan  |  11.November 2006 at 16:29

    euch arbeitslosen sollte man das internet verbieten. habt ihr sonst nichst anderes zu tun?

  • 3. Alexander Franke  |  12.November 2006 at 10:27

    Hä? Arbeitslos? Irgendeine Paranoia?
    Alex

  • 4. Aleks  |  14.November 2006 at 21:44

    Sehr toller Eintrag!
    Eben sah ich die Werbung von Mces (”Trotz 19% MwSt bleiben die Preise gleich”) und musste mich doch halb totlachen.
    Suchte daraufhin die Bestätigung, dass es mal 7% und mal 16% kostet und stieß dabei auf dein Blog.

    Viele Grüße

  • 5. Michael  |  22.Januar 2007 at 20:33

    Zum Originalposter:

    Könnte es vielleicht sein, daß McDonalds eine Mischkalkulation gemacht hat ?

    Also:
    - Burger kostet Netto 1 EUR,
    - mit Steuer 7 % dann 1,07
    - und mit 19% dann 1,19

    - man rechnet mit x% außer Haus und y% In-House Kauf

    –> und nimmt dann mit 1,10 EUR einen ‘Mittelwert’

    Könnte ja sein, daß es so war….. oder aber daß immer mit dem hohen Steuersatz kalkuliert wird *g*

  • 6. Frank  |  16.Februar 2007 at 14:24

    Also die Leute, die in so einem Laden zu zweit an der Kasse stehen müssen, können einem echt leid tun. Jeder der da Kunde in der Schlange ist, sieht nur das er eben 20 Minuten warten muß und das die Schlange bis zur Tür reicht. Das Problem ist aber einfach, dass die Mitarbeiter zu zweit das kaum schaffen, díe Schlange abzubauen. Wenn ich ein Sparmenü da kaufe, dann muß der Mitarbeiter Pommes machen, die müssen fertig sein, der Burger muß da sein, das Getränk muß gemacht werden, die Bestellung muß verpackt werden, das Geld muß empfangen und Restgeld zurück gegeben werden. Und zu allem Überfluß wissen doch die meisten Leute, obwohl sie in der Schlange 20 Minuten stehen, nicht einmal, was sie wollen, wenn sie dran sind. So vergehen pro Gast mal eben locker durchschnittlich 2-3 Minuten. Das macht bei 30 Gästen im Laden und 2 geöffneten Kassen ne Wartezeit von ca. 30 Minuten, dass das 2 Minuten pro Gast dauert, sieht keiner oder? Also ich finde das schon schnell. Und der Punkt ist einfach, dass die Mitarbeiter dort an der Kasse nicht lediglich 1 Stunde dort arbeiten sondern unter Umständen 8 1/2 h dort arbeiten und den Stress konstant über den Abend verteilt haben. Und das womöglich an einem Wochenende, wo andere Leute Party machen, Spaß haben und nur mal ganz locker was essen gehen wollen. Und mal ehrlich: Hättet ihr für die paar Kröten, die man als McDonalds Mitarbeiter verdient Lust, euch sonderlich den Arsch aufzureißen? Also ich wäre nicht nur lahmarschig an der Kasse, mir würde nach 4 h die Situation schon so deratig reichen, dass ich nicht mal mehr ein freundlliches Wort heraus bekommen würde.

    Und zu dem Kommentar mit den Steuern und so:

    Die Steuergesetzgebung macht nicht McDonalds, das legt der deutsche Staat fest. Und in diesem Rahmen bewegt sich das Unternehmen auch. Steuern, die dem Unternehmen nicht zustehen, müssen an den Staat abgeführt werden und wenn es Möglichkeiten gibt, Steuerausgaben bei zu behalten, dann macht das unternehmen davon selbstverständlich Gebrauch. Im Übrigen würde eine Frage nach der Rückerstattung der Steuer beim Außerhausverzehr bei mir als Kassenmitarbeiter echt ein Lachen provozieren. Ich meine wie abwegig ist denn so was? Jeder Kunde kann die Quittung verlangen, wo ordnungsgemäß der Steuersatz erfasst ist und mit dieser Quittung dann am Jahresende versuchen, die gezahlten Steuerbeträge beim Finanzamt geltend zu machen. Und wenn er sich entschieden hat, die Sachen “Außer Haus” zu verzehren, dann darf er gerne versuchen, die 7% geltend zu machen. Das ist doch kein McDonalds Phänomen-das gibt es überall so. Bestell mal ne Pizza-da bekommste auch keinen Außer-Haus-Rabatt, Bestell bei Burger King nen Whopper oder bei Subway ein Baguette-nirgendwo bekommste da Rabatt. Wie kommt man auf solche Ideen?????

  • 7. dresl  |  28.Juni 2007 at 22:45

    Also ich wäre nicht nur lahmarschig an der Kasse, mir würde nach 4 h die Situation schon so deratig reichen, dass ich nicht mal mehr ein freundlliches Wort heraus bekommen würde.

    - deswegen bist du wohl auch arbeitslos

  • 8. ICH  |  03.August 2007 at 21:54

    Also wir haben auch einen Imbiss. Und ich finde man braucht, was die Kalkulation der Preise angeht gar nicht über McDonalds herziehen.
    Wir können auch nicht zwei verschiedene Kalkulationen machen. Wer zahlt uns denn den Aufwand?
    Sicher ist es eine Mischkalkulation. Warum denn auch nicht? Was ist so verwerflich daran? Jede Pizzeria, jeder Partyservice hat nicht doppelte Preise.
    Statt sich mal Gedanken darüber zu machen, ob McDonalds auch wirklich gute Qualität liefert, für das Geld was sie verlangen, wird sich hier über Sachen aufgeregt, die gar nicht relevant sind.

  • 9. Alexander Franke  |  03.August 2007 at 21:59

    Und weil man das Thema so irrelevant findet, schreibt man einen Kommentar darüber ;-). Wie gesagt: Aufklären sollte man den Käufer schon über diese Zweiteilung der Preise.
    Und ob McDonalds gute Qualität liefert oder nicht, hat mit dem hier geschilderten Sachverhalt rein gar nichts zu tun - und darüber kann ich mir persönlich auch kein, objektiven Maßstäben entsprechendes, Urteil bilden. Das wiederum kann jeder für sich selbst.

  • 10. Jens  |  06.Mai 2008 at 20:00

    Systematisch wurde dieser Steuerbetrug von der McDonald\’s Lizenzbetreiberin in Göttingen betrieben. Sie wurde 2005 zu mehreren hundert Tagessätzen verurteilt und musste ihre Steuern nachzahlen. Inzwischen wird aber auch in den drei McDonald\’s in Göttingen wieder fleissig auf \

  • 11. das 1-euro-konjunkturprog&hellip  |  10.März 2009 at 19:25

    [...] man als guter staatsbuerger ja helfen, und da kam mir spontan diese uralte mcdonaldsgeschichte mit der ermaessigten mehrwertsteuer bei ausser-haus-verkaeufen in den [...]

  • 12. Montag, 25. Januar 2010 -&hellip  |  26.Januar 2010 at 00:04

    [...] Holzer war ne Fangfrage Worte statt Taten! Zum Mitnehmen? - Steuertricks bei McDonalds __________________ Es gibt nur kluge Menschen: die einen, die es vorher, und die anderen, die es [...]

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