Monatsarchiv für July, 2007

Deutschland durch die gelbe Brille

Eric T. Hansens Planet Germany ist lustig und gut zu lesen, unterhält für eine Weile und bietet dem Leser Deutschland aus einem anderen Blickwinkel.

Doch genau hier liegt das Problem. Wer eine neutrale Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft erwartet, wird leider enttäuscht. Deutschland wird nicht von außen, sondern von einem anderen innen betrachtet. Die rosarote Brille der Deutschen wird abgelegt und gleichzeitig die gelbe der Amerikaner aufgesetzt. Das Geschichtsverständnis Hansens ist geprägt von amerikanischen Vorstellungen, von amerikanischen Werten. Entweder war Hansen nicht ehrlich zu sich selbst oder er weiss es nicht besser. Darunter leidet das Buch – und an der Verquickung statistischer Fakten und Hansens eigenwilliger Interpretation dieser Befunde. Schade! Dabei bietet das Thema des Buches genügend Diskussionsstoff.

Falls man keine allzu bestechende Darstellung der deutschen Geschichte erwartet und sich aus der manchmal etwas oberflächlich wirkenden Argumentation Hansens die interessanten Informationen herauspicken kann, wird mit diesem Buch trotzdem einige unterhaltsame und aufschlussreiche Stunden verbringen.

jetzt kommentieren? 30.July 2007

Linux Swap-Partition als virtuellen Speicher für Windows verwenden

Die Vorteile eines Dual-Boot-Systemes liegen auf der Hand:
Man kann beispielsweise unter Ubuntu arbeiten, Windows XP jedoch für Spiele benutzen. Dabei werden jedoch Ressourcen verschwendet: Unter Linux erstellt man eine Swap-Partition, Windows XP greift auf eigenen virtuellen Speicher zurück, welcher den selben Zweck erfüllt, allerdings nochmals Platz auf einer der Windows-Partitionen belegt. So kann man leicht 2GB Speicherplatz verschwenden. Abhilfe schafft der SwapFS Treiber von http://branten.se/nt/.

Mit ihm ist es möglich, die von Linux benutzte Swap-Partition unter Windows sichtbar zu machen und die Auslagerungsdatei auch auf dieses Laufwerk zu schreiben. Das Ganze funktioniert bei mir tadellos, einzig die Einrichtung erfordert genaue Kenntnis der Partitionstabelle der Festplatte mit Swap-Partition. Einrichtungszeit: 5 Min. Wirklich empfehlenswert!

bisher 2 Kommentare 24.July 2007

Temporärer ossiostborn23.de Totalausfall

Seit 1Uhr morgens (16.7.2007) gab es einen Totalausfall der ossiostborn23.de Webseite zu beklagen. Dies umfasste alle Teilbereiche, namentlich diesen Blog, das Forum und die Galerie.
Die Probleme sind auf eine Deaktivierung des kompletten Servers 8 von net-housting zurückzuführen, welcher aufgrund eines Hacks heruntergefahren werden musste. Während weiterhin nicht klar ist, wann der Server 8 reaktiviert werden kann, war das net-housting Team erfreulicherweise so freundlich mir anzubieten, meine komplette Präsenz auf einen anderen Server zu transferieren. Glücklicherweise hatte ich erst am Abend vor dem Ausfall ein komplettes Backup der Webseite auf meine Festplatte kopiert. Nachdem bereits am Nachmittag des 16.7. alle Daten auf dem neuen Server vorhanden waren, dauerte es, rein technisch bedingt, leider etwas länger, bis der DNS Eintrag von ossiostborn23.de auf die neue Adresse umgeleitet wurde. Doch jetzt sollte ossiostborn23.de wieder ohne Probleme und Einschränkungen erreichbar sein. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an das net-housting-Team, welches mir telefonisch und per Email schnell und kompetent weiterhalf.

Bleibt zu hoffen, dass uns weitere kleinere Ausfälle, wie sie in den letzten Tagen leider recht häufig waren, erspart bleiben.

Alex

jetzt kommentieren? 16.July 2007

Die Live Earth-Tragödie

Letzten Samstag fanden unter dem gemeinsamen Motto “Live Earth – The Concerts For A Climate In Crisis” an zehn verschiedenen Orten weltweit Konzerte gegen den Klimawandel und für mehr ökologisches Engagement statt.

Die Idee Al Gores, den Klimawandel durch die Konzerte in das öffentliche Interesse zu rücken, ist grundsätzlich zu begrüßen. Jede große Revolution beginnt in einem Kopf und verbreitet sich von dort aus in der Gesellschaft. Die Umsetzung dieses Vorhabens scheint für mich jedoch äußerst zweifelhaft. Je mehr ich über die Veranstaltung nachdenke, desto mehr muss ich daran zweifeln, dass die gesteckten Ziele erreicht wurden.

Zum Einen ist es vielen Besuchern der Veranstaltung sicherlich gänzlich egal, welches Ziel verfolgt wird, solange man kostenlos Bands ansehen kann und die Stimmung “geil” ist.
Und selbst wenn das Bewusstsein der Problematik vorhanden ist: Letztendlich läuft es doch meistens auf die “Klimawandel ist scheiße” Aussage raus. Doch so etwas sagt sich leicht. Zu leicht. Zweifelsohne kann man auch auf die “CO2-Sünder” USA und VR China verweisen. Und natürlich ist es richtig, dass jedes Land seinen Beitrag zur Senkung klimaschädlicher Emissionen beitragen muss.
Das Wort Jeder macht aber unmissverständlich klar, dass es eben nicht nur um den CO2-Ausstoß bestimmter Länder wie den USA und deren Bewohner gehen darf, sondern dass es das Engagement jedes einzelnen Menschen, auch jedes Deutschen braucht. Es nützt nichts, anderen Nationen den schwarzen Peter in die Schuhe zu schieben, zumal viele Produkte auf dem deutschen Markt billig und besonders klimaschädlich in China produziert werden – damit wir billig einkaufen können.
Der erste Schritt zu einem geringeren CO2-Ausstoß ist eine Bewusstmachung und Veränderung unseres Verhältnisses zur Natur: Wir sind Teil der Biosphäre und somit auf eine intakte Umwelt (der Begriff an sich ist unglücklich gewählt, leben wir doch in diesem Gebilde, der Begriff Umwelt vermittelt aber ein Gefühl von Separation) angewiesen. Wir müssen von der Vorstellung abkommen, dass der Mensch eine Sonderstellung innerhalb dieses Systems einnimmt, hin zu einem respektvollen Umgang mit unserer Umwelt und einem verantwortungsbewussten, dem menschlichen Geist würdigen, Handeln. Klimawandel “scheiße finden” kann jeder, auch ein Pop-Sternchen oder die Musikindustrie. Einen eigenen Beitrag zur Verhinderung bzw. Verringerung des Klimawandels leisten und eine veränderte Wahrnehmung unserer ökologischen Verantwortung schaffen erfordert mehr Mut. Und mehr Taten.

Zum Anderen muss man sich fragen, wie ernst es die Betreiber mit der Botschaft von Live Earth wirklich meinen, wenn Unternehmen wie Mercedes (bzw. Smart), Ebay, Chevrolet, PepsiCo, Philips und MSN (respektive Microsoft) die Veranstaltung finanzieren (dürfen). Klar verbraucht ein Smart wesentlich weniger Treibstoff als ein SUV-Fahrzeug. Die Frage ist aber eher, ob man nicht häufig gänzlich auf das Auto verzichten könnte. Die Wahl zwischen SUV und Kleinwagen ist letztendlich doch nicht mehr als die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Außerdem bietet ein solches Festival den teilnehmenden Unternehmen eine erstklassige Möglichkeit, das eigene Öko-Image kostengünstig aufzubessern ohne die eigentliche Produktpalette umweltfreundlich zu gestalten. Hier versucht man schamlos, jahrelange Versäumnisse auszugleichen. Wer wirklich umweltfreundlich produziert, braucht sein Image nicht über ein Festival zurechtbiegen.

Und dass sich solche Festivals für die Unternehmen, gerade auch für die Musikindustrie lohnen, hat sich spätestens nach Live8 vor zwei Jahren gezeigt: Die Plattenverkäufe der teilnehmenden Künstler vervielfachten sich innerhalb Tagesfrist. Eine karitative Veranstaltung dieser Größenordnung kann sich also auch finanziell durchaus lohnen.
Wieso keine Initiative dafür, dass man einen Tag auf Musik aus Lautsprechern verzichtet und auf eigene Instrumente und Straßenmusiker in der näheren Umgebung zurückgreift? Leider lässt sich damit nichts verdienen. Der Umwelt wäre damit jedoch mehr geholfen.

Hat es Live Earth tatsächlich geschafft, seine Botschaft im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft zu verankern? Oder sind die Menschen nicht viel mehr gekommen, um Madonna, Pussycat Dolls und Xzibit zu sehen, welche von der Problematik des Klimawandels vermutlich so viel verstehen, wie Mariah Carey von Entwicklungspolitik (“I feel so bad for all those starving African children. I mean, I’d love to be that skinny and all, but not with all of those flies and diseases.”. Sie hat seinerzeit übrigens am Live8 Konzert für mehr Entwicklungshilfe teilgenommen)?

Zurückbleiben nur die Erinnerungen an ein tolles Festival mit kollektiver Ekstase, das Gefühl, Gutes getan zu haben, Tonnen von Abfall und schätzungsweise 110000 Tonnen zusätzliches CO2. Ob diese durch das angestoßene Umdenken schnell kompensiert werden können, ist fraglich. Eine paradoxe Tragödie.

bisher 1 Kommentar 14.July 2007

Arcade Fire kündigen Deutschland-Tour an!

Endlich! Arcade Fire kommen doch nach Deutschland: Nach der leider abgesagten Europa-Tour im März kommen wir jetzt doch noch in den Genuss des Indie-Orchesters.

Zu dem bereits festgelegten Konzerttermin am 22.8. in Köln gesellen sich nun noch zwei weitere Termine in Berlin und München Anfang November!
Leider sind die Tickets für München (noch?) nicht über muenchenticket.de erwerbbar, aber bei getgo und eventim hat der Vorverkauf am 6.7.2007 gestartet.
Nachfolgend die Links zu getgo.de (Referral-Link von mir):

22.08.2007, Köln, Palladium


08.11.2007, Berlin, Columbiahalle


11.11.2007, München, Tonhalle

Ich freue mich schon riesig – in Köln und München bin ich dabei! Keep the car running!

Alex

bisher 1 Kommentar 06.July 2007



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