Zur Verteidigung des (last.fm-)Mainstreams
23.März 2007
Nachdem ich auf http://mainstream.vincentahrend.com/ erfahren habe, dass meine bei last.fm gescrobbelte Musik fast “60% Mainstream ist”, habe ich, vielleicht notgedrungen, begonnen darüber nachzudenken, was schlecht am Mainstream sein soll.
Zunächst einmal sollte man vielleicht feststellen, dass das last.fm Durchschnittsmitglied völlig andere Musik hört, als der durchschnittliche “Pophörer”. Dadurch erscheint es durchaus fragwürdig, selbst die populärsten Bands bei last.fm präventiv als Mainstream abzustempeln. Zu den Top20-Bands bei last.fm gehören beispielsweise The Killers und The Shins, die, trotz ihrer Popularität im Nischenbereich des Indie, vom Mainstreamradio großteils ignoriert werden.
Die erste Feststellung sollte daher lauten: Last.fm wird primär von jungen, fortschrittlichen Internetusern benutzt. Daher ist es beinahe vorhersehbar, dass Tokio Hotel und DSDS-Retortensänger hier nicht unbedingt Fuß fassen. Was bei last.fm viel gehört wird, muss in der gemeinen Popkultur noch lange nicht populär sein und andersherum. Wenn es ein reines Metal-Last.fm gäbe, und man dort ein Mainstream-O-Meter einrichten würde, dann würde das Ergebnis auch nicht viel über den Anteil der Populärmusik am Musikgeschmack eines Mitglieds aussagen.
Zweitens denke ich, dass man sich nicht dafür schämen muss, populäre Musik zu hören. Es ist genauso töricht, populäre Musik zu hören, weil sie populär ist, wie sie nur aus diesem Grund abzulehnen. Muss man aufhören, The Arcade Fire zu genießen, nur weil diese Band momentan von allen Feuilletons gefeiert wird? Der Hype kommt, der Hype geht vorbei, die gute Musik bleibt. In den meisten Fällen wird es wohl einen Grund geben, warum eine Band / ein Lied besonders populär ist. Wieso sollte man dieses Lied / diese Band nicht mögen? Muss ich etwas ablehnen, weil es die Mehrheit mag? Nein.
Die zweite Feststellung muss daher lauten: Höre die Musik, die dir gefällt! Egal, ob sie populär ist, oder nicht. Vergiss nie, dich nach neuen Bands “umzuhören”, aber schäme dich auch nicht dafür, Musik zu genießen, die allgemein als hörbar akzeptiert wird. Die Mischung macht’s!
bisher 4 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben
1. madmax | 23.März 2007 at 16:22
Genauso ist es.
Leute die Musik hören, weil sie nicht von vielen gehört wird, sind in meinen Augen Pseudo-Revoluzer^^
So nach dem Motto:
“Hauptsache niemand kennt die Bands die ich höre, dann steh ich um so besser da”
Hab auch mal einen lustiggemeinten Mainstreamtest aus dem Journal eines Last.fm-Users gemacht. (irgendwie mit der Gesamthörerzahl der Top20-Bands rumrechnen)
aber im Endeffekt hör ich doch Musik, die mir gefällt und nicht Musik, die möglichst wenig Leute hören (zumindest nicht aus dem Grund, weil sie möglichst wenig Leute hören).
mfg
max
2. Brix | 24.März 2007 at 10:30
Bei mir steht:
You are 25.18 % mainstream!
Bin ich jetzt ein Rebell?
3. la.meggie | 14.April 2007 at 18:05
hey^^
find ich sehr gut was du da geschrieben hast.. hab ich genauso auch schon gedacht..
verrätst du mir deinen last.fm nickname? =)
lg
4. Alexander Franke | 15.April 2007 at 00:25
Danke! Klar: Ossiostborn.
Leave a Comment
Folgende HTML-Tags sind erlaubt:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>
Trackback diesen Artikel | Kommentare als RSS Feed abonnieren