Posts gespeichert unter 'Literatur'

Die Zensur

Ab sofort findet ihr hier mindestens wöchentlich ein interessantes Zitat einer großen Persönlichkeit. Viel Spaß (beim Nachdenken)!

„Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, dass sie nur verdummte Sklaven, aber keine freien Völker regieren können.“

Johann Nestroy

bisher 2 Kommentare 05.Juli 2006

Freie Bücher im Internet finden

Da das Urheberrecht auf Bücher (in Deutschland) 70 Jahre nach dem Tod seines Autors verfällt, sind die meisten Werke, die bis zum Ende des 19.Jahrhunderts veröffentlicht wurden, bereits frei zugänglich. Doch wo finden?

Was nützt einem das Wissen über das Recht die Werke frei zu nutzen, wenn sie nicht auffindbar sind? Da sich bisher keine unabhängige, gut funktionierende Suchmaschine für "public domain"-Texte im Internet gebildet hat, bleibt einem oft nichts anderes möglich, als die großen Seiten der Branche abzugrasen. Doch keine Angst, in den meisten Fällen wird man schnell fündig. Hier mal eine Übersicht über meine wichtigsten Quellen für "freie Bücher":

http://www.gutenberg.org/
Die beeindruckenste Seite mit meist englischspachigen Texten.

http://www.gutenberg.org/browse/languages/de
Die deutschen Texte der obengenannten Seite.

http://www.digbib.org/
Großteils deutsche Standardwerke; noch recht klein.

http://books.google.de/
Natürlich bietet sich auch Googles Buchsuche und Googles Bibliothek an, doch auch hier sind es vorwiegend englischspachige Werke. Finde ich persönlich nicht besonders gelungen, findet (bei mir) recht wenig sinnvolles.

http://www.meyers-konversationslexikon.de/
Der Versuch "Meyers Konversationslexikon" in der Ausgabe von 1888 zu digitalisieren. Sozusagen eine veraltete Wikipedia.

http://1911encyclopedia.org/
"Encyclopedia Britannica" aus dem Jahr 1911. Siehe "Meyers Konversationslexikon".

http://wiki.netbib.de/coma/StartSeite/
Wiki als Sammelpunkt für weitere Recherchen zu freien Büchern, sehr umfangreich.

http://de.wikisource.org/
Wikisource ist ein Teil des Wikimedia Projekts und steht somit in "Verwandschaft" mit der Wikipedia. Hier werden deutschsprachige oder ins Deutsche übersetzte "Quellen" gesammelt. Empfehlenswert!

http://gutenberg.spiegel.de/
Projekt-Gutenberg, möchte sich als deutsche Alternative zum Gutenberg-Projekt entwickeln. Doch Vorsicht: Die Betreiber namens Hille+Partner behaupten, dass sie einen urheberrechtlichen Anspruch auf die veröffentlichten Werke und ihre Formatierung und Verlinkungen haben. Daher ist es auch verboten, komplette Texte herunterzuladen und weiter zu verbreiten. Sehr fraglich! Lieber nur im Notfall benutzen ;-) !

Wenn ihr keine Klassiker sucht, sondern Bücher, die gleich gemeinfrei veröffentlicht werden/wurden, seid ihr auf folgenden Seiten richtig:

http://www.oreilly.com/openbook/
Der Computerbuchverlag O’Reilly hat einen Teil seiner Computerbücher gemeinfrei veröffentlicht. Ein paar wenige deutsche Bücher sind dabei.

http://de.wikibooks.org/
Wikibooks, auch mit der Wikipedia verwandt, veröffentlicht auch regelmäßig jede Menge interessante (deutschsprachige) Bücher! Jeder kann mithelfen!
Im Zweifelsfall gibt es immer noch das ganz normale Google, mit dem man das Web auch einfach durchsuchen kann. Oft wird man auch da fündig!

Edit 30.9.2007: http://www.zeno.org/
Neue Webseite mit alten Lexika, inzwischen gemeinfreier Literatur, philosophischen Essays, alten Geschichtsbüchern und vielem mehr. Auf jeden Fall einen Blick wert!

Viel Glück bei eurer Suche!

bisher 7 Kommentare 14.Mai 2006

Buchtipp: Boot Camp von Morton Rhue

Heute möchte ich euch etwas über das Jugendbuch “Boot Camp” von “Morton Rhue” erzählen. Morton Rhue kommt euch vielleicht von dem Buch “Die Welle” bekannt vor.
Ich bekam das Buch von unserer Nachbarin zu meinem Geburtstag geschenkt, deshalb machte ich mich heute ans lesen. Die 250 Seiten hatte ich in knapp 2 Stunden durch, und ich muss sagen, dass das Buch mich wirklich berührt hat…

Es geht um einen Jungen namens Connor Durrell, der von seinen Eltern in ein “Bootcamp” gebracht wird. Diese “Bootcamps” kann man sich grob als Umerziehungslager für “schwierige” Jugendliche darstellen. Connor Durrell wird als intelligenter und menschlicher Junge dargestellt, dessen Verhalten seine karrieregeilen Eltern oft in Verlegenheit bringt, da er ehrlich und aufrichtig ist. Er hat eine Beziehung mit einer (ehemaligen) Lehrerin, was den Hauptgrund für die Einlieferung durch seine Eltern darstellt. Das Lager wird von sadistischen Erziehern geleitet, die nur darauf aus sind, ihre Macht auszuspielen und die Kinder zu demütigen, um ihren Willen zu brechen (Intellektuell gesehen ist Connor seinen Erziehern weit überlegen). Auch Gewalt gegenüber den Jugendlichen gehört zur Tagesordnung. Um jedoch nicht verantwortlich gemacht zu werden, sollen die Jugendlichen sich gegenseitig denunzieren, demütigen und schlagen. Dazu gibt es verschiedene Ränge im Lager. Hörige Denunzianten steigen in der Rangordnung des Lagers schnell auf, und genießen Sonderrechte. Wer Level 6 erreicht (es beginnt mit Level 1) kann das Lager verlassen, da er, in der Weltanschauung der Wärter, ein anderer, besserer Mensch geworden ist.

Connor merkt schnell, dass er nicht weit kommen wird, sich zu verstellen, und den Wärtern dass gewünschte Verhalten vorzuspielen, da sie in durchschauen. Sie wollen, dass er das Verhalten nicht vorspielt, sondern ernsthaft praktiziert. Völlig getrennt von der Außenwelt kämpft sich Connor im Lager durch und lernt auch zwei neue Freunde kennen: Pauly und Sarah. Pauly ist ein dicklicher Schwächling, der von allen gerne geärgert wird und deshalb das Lager verlassen möchte. Sarah ist ein Mädchen, dass bereits zweieinhalb Jahre im Lager verbringt, und eine der wenigen “Gefangenen” ist, die sich nicht verbiegen lässt. Sie sagt ihre Meinung offen und wird deshalb oft verprügelt. Gemeinsam brechen die drei aus dem Lager aus und versuchen sich nach Kanada durchzuschlagen. Ob die Flucht erfolgreich endet, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten… Nur eins: das Ende ist anders, als man zuerst erwartet. Vielleicht erinnert es einen ein bisschen an “Einer flog über das Kuckucksnest”, aber mehr sag ich jetzt wirklich nicht…

Insgesamt ein wirklich bedrückendes und mitreißendes Buch, dass ich wirklich empfehlen kann… Jeder Jugendliche, der sich ein kleines bisschen mit Psychologie und dem Verhalten von Menschen, die ein wenig Macht über andere gewinnen, beschäftigen will, ist bei diesem kurzweiligen Buch an der richtigen Stelle.

Du kommst hier nicht raus,
wenn du Ihnen vorspielst,
was sie haben wollen.

Du kommst hier erst raus,
wenn du bist,
was sie haben wollen.

bisher 64 Kommentare 24.März 2006

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