Heute möchte ich euch etwas über das Jugendbuch “Boot Camp” von “Morton Rhue” erzählen. Morton Rhue kommt euch vielleicht von dem Buch “Die Welle”
bekannt vor.
Ich bekam das Buch von unserer Nachbarin zu meinem Geburtstag geschenkt, deshalb machte ich mich heute ans lesen. Die 250 Seiten hatte ich in knapp 2 Stunden durch, und ich muss sagen, dass das Buch mich wirklich berührt hat…
Es geht um einen Jungen namens Connor Durrell, der von seinen Eltern in ein “Bootcamp” gebracht wird. Diese “Bootcamps” kann man sich grob als Umerziehungslager für “schwierige” Jugendliche darstellen. Connor Durrell wird als intelligenter und menschlicher Junge dargestellt, dessen Verhalten seine karrieregeilen Eltern oft in Verlegenheit bringt, da er ehrlich und aufrichtig ist. Er hat eine Beziehung mit einer (ehemaligen) Lehrerin, was den Hauptgrund für die Einlieferung durch seine Eltern darstellt. Das Lager wird von sadistischen Erziehern geleitet, die nur darauf aus sind, ihre Macht auszuspielen und die Kinder zu demütigen, um ihren Willen zu brechen (Intellektuell gesehen ist Connor seinen Erziehern weit überlegen). Auch Gewalt gegenüber den Jugendlichen gehört zur Tagesordnung. Um jedoch nicht verantwortlich gemacht zu werden, sollen die Jugendlichen sich gegenseitig denunzieren, demütigen und schlagen. Dazu gibt es verschiedene Ränge im Lager. Hörige Denunzianten steigen in der Rangordnung des Lagers schnell auf, und genießen Sonderrechte. Wer Level 6 erreicht (es beginnt mit Level 1) kann das Lager verlassen, da er, in der Weltanschauung der Wärter, ein anderer, besserer Mensch geworden ist.
Connor merkt schnell, dass er nicht weit kommen wird, sich zu verstellen, und den Wärtern dass gewünschte Verhalten vorzuspielen, da sie in durchschauen. Sie wollen, dass er das Verhalten nicht vorspielt, sondern ernsthaft praktiziert. Völlig getrennt von der Außenwelt kämpft sich Connor im Lager durch und lernt auch zwei neue Freunde kennen: Pauly und Sarah. Pauly ist ein dicklicher Schwächling, der von allen gerne geärgert wird und deshalb das Lager verlassen möchte. Sarah ist ein Mädchen, dass bereits zweieinhalb Jahre im Lager verbringt, und eine der wenigen “Gefangenen” ist, die sich nicht verbiegen lässt. Sie sagt ihre Meinung offen und wird deshalb oft verprügelt. Gemeinsam brechen die drei aus dem Lager aus und versuchen sich nach Kanada durchzuschlagen. Ob die Flucht erfolgreich endet, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten… Nur eins: das Ende ist anders, als man zuerst erwartet. Vielleicht erinnert es einen ein bisschen an “Einer flog über das Kuckucksnest”, aber mehr sag ich jetzt wirklich nicht…
Insgesamt ein wirklich bedrückendes und mitreißendes Buch, dass ich wirklich empfehlen kann… Jeder Jugendliche, der sich ein kleines bisschen mit Psychologie und dem Verhalten von Menschen, die ein wenig Macht über andere gewinnen, beschäftigen will, ist bei diesem kurzweiligen Buch an der richtigen Stelle.
Du kommst hier nicht raus,
wenn du Ihnen vorspielst,
was sie haben wollen.
Du kommst hier erst raus,
wenn du bist,
was sie haben wollen.