Posts gespeichert unter 'Mein Leben'

Zeit für Veränderung

Nach fünf Jahren ziehe ich mich endgültig von dieser Seite zurück und schlage meine Zelte zukünftig auf der Domain www.alexanderfranke.de auf. Nach fünf Jahren bemerke ich, dass ich aus dem hiesigen Blog herausgewachsen bin, mich mit älteren Artikeln und Photografien nicht mehr identifizieren kann. Allen Interessenten und Kommentatoren danke ich für ihr Interesse. Gleichzeitig verabschiede ich mich aber nicht völlig von meinem virtuellen Dasein, auf der Domain www.alexanderfranke.de möchte ich mich unter dem Titel “Un homme qui dort” zukünftig vertieft der Photografie widmen. Das ist insofern eine hübsche Wendung, als ich dort (vermutlich) im Jahre 2001, meine erste Homepage veröffentlichte und meine ersten Gehversuche in einer für mich damals völlig fremden Welt unternahm. Es würde mich freuen, euch dort begrüßen zu dürfen.

jetzt kommentieren? 28.September 2010

Lauer Sommerabend im Herbst: Feist in München

Feist // 6.10.07 // Georg-Elser-Halle // München

Wenn man das Gelände vor den Georg Elser Hallen beäugt, ist man zwangsläufig kurz verunsichert. In welcher Halle wird die kanadische Sängerin Feist spielen? Links, vor der großen Halle, stehen Werbesäulen des Radiosenders Bayern2. Rechts werden Flyer für Metal-Bands verteilt. Beides scheint nicht ganz passend. Hier wird der Konflikt, der mit der Einordnung Feists Musik einhergeht bereits sichtbar: Independent oder Pop? Wahrscheinlich Indie Pop. Musik für Apple-Werbekampagnen oder gehobene Ansprüche? Vermutlich irgendwo dazwischen.

Auch im Publikum dieselbe Ambivalenz: Eine bunte Mischung aus pubertären Indie-Jüngern, Pädagogikstudenten und der Bourgeoisie inklusive deren bereits vorhandenen Kindern. Als “Vorband” tritt der Kanadier Bob Wiseman auf, ein großartiger Multiinstrumentalist, der das Publikum mit seinen humorvollen Texten, seiner Interaktion mit dem Publikum und dem Unterlegen seiner Lieder durch kreative Super8-Videos auf seine Seite zu ziehen weiß. Nachdem er dem Publikum mitgeteilt hat, dass es sein letzter Auftritt als Vorband für ein Feist-Konzert sein würde, bittet er Feist auf die Bühne, die ihn bei seinem letzten Lied am Schlagzeug begleitet. Danach verschwinden beide jedoch wieder von der Bühne und es dauert weitere 40 Minuten, bis Feist endlich und lang erwartet die Bühne mit ihrer Band betritt.

Dabei bleibt das Licht gedimmt, die Stimmung ist eigenwillig bedächtig-schwebend. Die Sängerin aus Kanada wechselt rockigere Lieder und wunderbare, balladenartige Chansons miteinander ab. Eher bedächtig spielt dabei die Band, trägt durch die äußerst passende Instrumentation aber dazu bei, dass Feist und ihre Stimme dort steht, wo sie hingehört: Im Mittelpunkt. Wie unschuldig steht sie mit ihrer Gitarre auf der Bühne, meistert auch anspruchsvolle Stellen bravurös. Dabei sind die Songs an sich wunderbar einfach, trotzdem oder gerade deswegen aber auch einfach wunderbar. Dies alles und Girlanden über der Bühne lassen das Konzert in der Vorstellung der Zuschauer zu einem lauen Sommerabend werden. Andächtig lauscht man der Stimmakrobatik, dem Gitarrenspiel, der wechselnden Begleitung der Band, der Alternanz schneller und langsamer Songs. Sobald Leslie Feist ein langsames Stück zum Besten gibt, wird es im Publikum still. Niemand scheint sich dieser Stimme und den leisen Gitarrenakkorden inmitten der Ruhe entziehen zu können. Applaus kocht nur zwischen den einzelnen Liedern hoch, so gespannt und gebannt ist das Publikum in der Georg-Elser-Halle.

Als sie ein Lied von dem kanadischen Musikkollektiv Broken Social Scene, bei dem sie zeitweise Mitglied ist und war, zu covern beginnt, fragt sie in die Runde, wem Broken Social Scene denn bekannt sei. Einige alternative Musikfans beantworten ihre Frage mit lauten Rufen, die Masse bleibt jedoch still. Auch hier: Die Teilung des Publikums ist spürbar, schließlich wurde Feist durch zahlreiche Artikel zum aktuellen Album in den Feuilletons der Republik auch für den sonst eher an anderer Musik orientierten Leser ein Begriff. Vor dem wohl berühmtesten Lied, 1234, aktuell von Apple für eine Werbekampagne benutzt, erweckt Leslie Feist selbst den Eindruck, als wäre es ihr etwas peinlich, dass sie ihr Lied verkauft (und verraten) hat. Nichtsdestotrotz, am Ende scheinen alle verzaubert vom sommerlich-schwebenden Auftritt der kanadischen Künstlerin. Wer schließlich die Konzerthalle verlässt, in die windige, herbstliche Nacht heraustritt, die zahlreichen betrunkenen Oktoberfestbesucher vorbeitorkeln sieht, der fühlt sich wohl unwillkürlich an Feists eindringliche Warnung “Don’t be fooled by the summer again” erinnert. Und so macht man sich auf den Heimweg – fröstelnd, sehnend, aber innerlich doch zufrieden und behaglich.

Teile des Konzertes werden am 20.10.07 von 23.05-24.00 Uhr auf Bayern2 gesendet.

bisher 1 Kommentar 07.Oktober 2007

Buzz, Fonic und Faust

Folgende Mail habe ich, wie viele Andere in der Blogosphäre vor einigen Tagen erhalten:

Hallo Alexander Franke,

mein Name ist XYZ von den Buzz-People. Wir von Buzz-People wollen zusammen mit dem neuen Mobilfunkanbieter „FONIC“ eine Testaktion starten. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe!

So würde die Aktion ablaufen:
Wir schicken Ihnen ein persönliches Buzz-Kit (kostenlose SIM-Karte mit einem Gesprächsguthaben von 10 € und weitere 10 € im Oktober) zu. Damit können Sie alle Funktionalitäten von „FONIC“ kostenlos, unverbindlich und als einer der Ersten ausprobieren.

Uns interessiert dabei Ihre Meinung! Was hat Ihnen gefallen? Was können wir besser machen? Was hat Ihnen nicht gefallen? Was würden Sie sich noch wünschen? Schreiben Sie in Ihrem Blog über Ihre Eindrücke und Erfahrungen – einfach Ihre ehrliche Meinung.
In dem was, wann oder ob Sie etwas schreiben sind Sie natürlich vollkommen frei.

Des Weiteren stellen wir Ihnen Ende August einen exklusiven Zugang zum Produkt-Blog zur Verfügung, den Sie dazu nutzen können, sich mit anderen Usern auszutauschen.

Wenn Sie Lust haben, als einer der Ersten dabei zu sein, dann schicken Sie mir bitte bis spätestens 27. August um 10:00 Uhr eine kurze Mail an XYZ@buzz-people.de mit Ihrem Feedback.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung!
Liebe Grüße

XYZ
Project Manager, Buzz-People
Kattrepel 2
20095 Hamburg

Wie viele andere Blogger frage ich mich jetzt, ob ich an der Aktion teilnehmen sollte, oder ob dies meine Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit beeinträchtigen würde. Aber ich denke, allein durch die Veröffentlichung dieser Mail wird klar, dass ich mich nicht, wie einst Faust, "kaufen" lasse und blind mit dem Teufel einlasse (was laut Mail ja auch nicht gewünscht ist; trotzdem vermute ich, dass man bei einem kostenlosen Produkt vielleicht eher dazu neigt, aus "Dankbarkeit" etwas lasch zu bewerten und schreiben). Ob ich mich an der Aktion beteilige oder nicht, werde ich euch natürlich rechtzeitig mitteilen. Kommentare erwünscht! Momentan spiele ich mit dem Gedanken, die SIM-Karte meiner Mutter zu überlassen und sie dann nach ihrem Eindruck zu befragen.

bisher 1 Kommentar 25.August 2007

Wer Bombe sagt, plant einen Anschlag

Am Samstag, den 23.6.2007 war Tag der offenen Tür im Bundesrat in Berlin. Da wir von der Schule aus gerade auf einer Bildungsreise in Berlin waren, ergriffen wir natürlich die Möglichkeit, diese berühmte Institution zu besichtigen. Dabei musste man, wenn man das eigentliche Sitzungsgebäude besichtigen wollte, die “üblichen” Sicherheitskontrollen (Metalldetektoren) durchqueren. Vor den Sicherheitskontrollen wurden jedoch Heliumluftballons verteilt, welche natürlich mit ins Gebäude genommen werden konnten.

Dabei geschah es, dass kurz nachdem ich die Sicherheitskontrolle durchquert hatte, ein Luftballon irgendwo hinter mir mit einem lauten Geräusch platzte. Ich schrie mit Leibeskräften leicht affektiert “Eine Bombe!” was die Sicherheitskräfte für einige Sekundenbruchteile ernsthaft zu verunsichern schien. Ich freute mich über den Vorfall, schließlich hielt ich die Terrorangst von jeher für ein Hirngespinst. Für mich war die Sache damit erledigt.

Wenige Sekunden später kommen zwei Polizeibeamte auf mich zu und sprechen mich, natürlich reichlich rüde, auf den Vorfall an. Da ich mich anfangs wenig kooperativ zeige, bitten sie mich, ihnen in eine Ecke zu folgen. Dort unterstellt einer von ihnen mir, eine Straftat begangen zu haben. Entsetzt entgegne ich, dass ich eindeutig keine Straftat begangen habe. Daraufhin wirft man mir vor, eine Straftat geplant zu haben. Auch das verneine ich, schließlich habe ich einfach nur “eine Bombe” gesagt. Ich frage den Polizisten, ob es denn auch eine Straftat sei, “ein Messer” zu sagen und auf welches Gesetz oder welche Verordnung er sich beruft. Er wirkt verunsichert, sein Redefluss beginnt abgehackt zu wirken. Nach einigen Sekunden Überlegens, wirft er mir “Paragraph 306…” entgegen. Ich begegne noch einmal, dass es sich bei meinem Ausruf weder um eine geplante, noch um eine ausgeführte Straftat handeln kann, gebe mich aber gleichzeitig einsichtig und betone, dass ich die Bedenken der Beamten an einem solchen Ort natürlich verstehen kann. Der Beamte sagt, etwas kleinlaut und dennoch bestimmt, dass man die Sache damit als erledigt ansehen würde und wünscht mir noch einen schönen Tag. “Danke, Ihnen auch.”.

Paragraph 306 des Strafgesetzbuches sagt folgendes:

(1) Wer fremde

1.Gebäude oder Hütten,
2.Betriebsstätten oder technische Einrichtungen, namentlich Maschinen,
3.Warenlager oder -vorräte,
4.Kraftfahrzeuge, Schienen-, Luft- oder Wasserfahrzeuge,
5.Wälder, Heiden oder Moore oder
6.land-, ernährungs- oder forstwirtschaftliche Anlagen oder Erzeugnisse

in Brand setzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört, wird mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

Dieser Tatbestand lag also eindeutig nicht vor. Schließlich hatte ich weder einen Anschlag geplant noch ausgeführt. Trotzdem drohte mir die Polizei. Ohne ein begangenes Verbrechen. Aus Angst vor dem allgegenwärtigen Terror, der angeblich hinter jeder Ecke, in jeder Tasche, unter jeder Schuhsohle lauern kann. Wegen einer kleinen Aktion, welche die Lächerlichkeit der Sicherheitsgesetzgebung und der öffentlichen Terrorpanik aufzeigen sollte. Und es auch tat.

Alex

bisher 9 Kommentare 25.Juni 2007

Ein Fall für den Kommunikationswissenschaftler

Coooy: also folgendes:
Coooy: tassilo fragt mich, ob ich alexs nummer hab
Coooy: ich denke, er benötigt sie um dort anzurufen
Coooy: gebe ihm meine um ihn zu pwnen
Coooy: 30s später ruft die lucy an
Coooy: ich verwirrt, sie verwirrt

madmax: LOL
Coooy: sie hat mit dem ludwig telefoniert, weil sie die nummer vom alex haben wollte, der hat sie an den tassilo weitergegeben
Coooy: ich hab dem tassilo meine nummer gegeben, er ihr meine, sie hat mich angerufen, und ich hab dich nach alexs nummer gefragt ^^
Coooy: pwned

madmax: ROFL

Kommt vielleicht nicht so gut raus: Die Kommunikation zwischen Tassilo und Coooy lief per ICQ ab. Nachdem Coooy mit madmax gechattet hatte, konnte Coooy dann aber meine Nummer, per Telefon, an Lucie weitergeben, und die hat mich dann angerufen.

Letztendlich hat eben doch alles geklappt – nur über einen “kleinen” Umweg…

bisher 1 Kommentar 13.Juni 2007

Ein kleiner Augenblick Sommer

Heute, am 20.1.2007, begegnete mir doch tatsächlich ein kleiner Schmetterling. Unglaublich dieser Winter… Sonst schaffen es die Schmetterlinge hier nicht einmal im April! Ich war einfach glücklich. Wieder einer dieser kleinen Momenten im Leben, die es erst wirklich lebenswert machen.

Leider soll es kälter werden. Und dann ist auch wieder Schluss mit Schmetterlingen.

Alex

bisher 5 Kommentare 20.Januar 2007

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