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Exclusive album preview of the new Arcade Fire Album “The Suburbs” on Amazon.de

The unexpected happened: Amazon.de released 30 seconds listening samples of the new Arcade Fire Album “The Suburbs” on their website! Listen to samples of the new Arcade Fire album here! Have fun!

Edit: Apparently the snippets were removed for the moment. I have no idea if and when they’re coming back.

Edit: The snippets can again be heard here.

Edit (23.7.2010): Album seems to be leaked.

bisher 1 Kommentar 20.Juli 2010

Lauer Sommerabend im Herbst: Feist in München

Feist // 6.10.07 // Georg-Elser-Halle // München

Wenn man das Gelände vor den Georg Elser Hallen beäugt, ist man zwangsläufig kurz verunsichert. In welcher Halle wird die kanadische Sängerin Feist spielen? Links, vor der großen Halle, stehen Werbesäulen des Radiosenders Bayern2. Rechts werden Flyer für Metal-Bands verteilt. Beides scheint nicht ganz passend. Hier wird der Konflikt, der mit der Einordnung Feists Musik einhergeht bereits sichtbar: Independent oder Pop? Wahrscheinlich Indie Pop. Musik für Apple-Werbekampagnen oder gehobene Ansprüche? Vermutlich irgendwo dazwischen.

Auch im Publikum dieselbe Ambivalenz: Eine bunte Mischung aus pubertären Indie-Jüngern, Pädagogikstudenten und der Bourgeoisie inklusive deren bereits vorhandenen Kindern. Als “Vorband” tritt der Kanadier Bob Wiseman auf, ein großartiger Multiinstrumentalist, der das Publikum mit seinen humorvollen Texten, seiner Interaktion mit dem Publikum und dem Unterlegen seiner Lieder durch kreative Super8-Videos auf seine Seite zu ziehen weiß. Nachdem er dem Publikum mitgeteilt hat, dass es sein letzter Auftritt als Vorband für ein Feist-Konzert sein würde, bittet er Feist auf die Bühne, die ihn bei seinem letzten Lied am Schlagzeug begleitet. Danach verschwinden beide jedoch wieder von der Bühne und es dauert weitere 40 Minuten, bis Feist endlich und lang erwartet die Bühne mit ihrer Band betritt.

Dabei bleibt das Licht gedimmt, die Stimmung ist eigenwillig bedächtig-schwebend. Die Sängerin aus Kanada wechselt rockigere Lieder und wunderbare, balladenartige Chansons miteinander ab. Eher bedächtig spielt dabei die Band, trägt durch die äußerst passende Instrumentation aber dazu bei, dass Feist und ihre Stimme dort steht, wo sie hingehört: Im Mittelpunkt. Wie unschuldig steht sie mit ihrer Gitarre auf der Bühne, meistert auch anspruchsvolle Stellen bravurös. Dabei sind die Songs an sich wunderbar einfach, trotzdem oder gerade deswegen aber auch einfach wunderbar. Dies alles und Girlanden über der Bühne lassen das Konzert in der Vorstellung der Zuschauer zu einem lauen Sommerabend werden. Andächtig lauscht man der Stimmakrobatik, dem Gitarrenspiel, der wechselnden Begleitung der Band, der Alternanz schneller und langsamer Songs. Sobald Leslie Feist ein langsames Stück zum Besten gibt, wird es im Publikum still. Niemand scheint sich dieser Stimme und den leisen Gitarrenakkorden inmitten der Ruhe entziehen zu können. Applaus kocht nur zwischen den einzelnen Liedern hoch, so gespannt und gebannt ist das Publikum in der Georg-Elser-Halle.

Als sie ein Lied von dem kanadischen Musikkollektiv Broken Social Scene, bei dem sie zeitweise Mitglied ist und war, zu covern beginnt, fragt sie in die Runde, wem Broken Social Scene denn bekannt sei. Einige alternative Musikfans beantworten ihre Frage mit lauten Rufen, die Masse bleibt jedoch still. Auch hier: Die Teilung des Publikums ist spürbar, schließlich wurde Feist durch zahlreiche Artikel zum aktuellen Album in den Feuilletons der Republik auch für den sonst eher an anderer Musik orientierten Leser ein Begriff. Vor dem wohl berühmtesten Lied, 1234, aktuell von Apple für eine Werbekampagne benutzt, erweckt Leslie Feist selbst den Eindruck, als wäre es ihr etwas peinlich, dass sie ihr Lied verkauft (und verraten) hat. Nichtsdestotrotz, am Ende scheinen alle verzaubert vom sommerlich-schwebenden Auftritt der kanadischen Künstlerin. Wer schließlich die Konzerthalle verlässt, in die windige, herbstliche Nacht heraustritt, die zahlreichen betrunkenen Oktoberfestbesucher vorbeitorkeln sieht, der fühlt sich wohl unwillkürlich an Feists eindringliche Warnung “Don’t be fooled by the summer again” erinnert. Und so macht man sich auf den Heimweg – fröstelnd, sehnend, aber innerlich doch zufrieden und behaglich.

Teile des Konzertes werden am 20.10.07 von 23.05-24.00 Uhr auf Bayern2 gesendet.

bisher 1 Kommentar 07.Oktober 2007

Arcade Fire kündigen Deutschland-Tour an!

Endlich! Arcade Fire kommen doch nach Deutschland: Nach der leider abgesagten Europa-Tour im März kommen wir jetzt doch noch in den Genuss des Indie-Orchesters.

Zu dem bereits festgelegten Konzerttermin am 22.8. in Köln gesellen sich nun noch zwei weitere Termine in Berlin und München Anfang November!
Leider sind die Tickets für München (noch?) nicht über muenchenticket.de erwerbbar, aber bei getgo und eventim hat der Vorverkauf am 6.7.2007 gestartet.
Nachfolgend die Links zu getgo.de (Referral-Link von mir):

22.08.2007, Köln, Palladium


08.11.2007, Berlin, Columbiahalle


11.11.2007, München, Tonhalle

Ich freue mich schon riesig – in Köln und München bin ich dabei! Keep the car running!

Alex

bisher 1 Kommentar 06.Juli 2007

Alle weiteren Arcade Fire Konzerte in Europa abgesagt!

Ich hatte insgeheim gehofft, diese Nachricht wäre nur eine schlechte Fälschung, doch leider wurde es von mehreren Seiten bestätigt und ist somit traurige Wahrheit:

Aufgrund einer schlimmen Nasennebenhöhlenentzündung (andere Quellen reden von einer “Stirnhöhlenerkrankung”) des Sängers Win Butler werden alle weiteren Termine von The Arcade Fire in Europa gestrichen. Die folgenden Konzerte fallen also aus:

Mar 24 Oslo, Sentrum Scene
Mar 25 Copenhagen, KB Halle
Mar 27 Berlin, Postbahnhof
Mar 28 Munich, Georg-Elser-Halle
Mar 31 Lyon, Transbordeur
Apr 1 Cologne, Palladium
Apr 2 Utrecht, Vredenburg
Apr 4 Brussels, Halles de Schaerbeek
Apr 5 Lille, L’Aeronef

Ich schwanke zwischen Ohnmacht und Trauer. Die monatelang aufgestaute Vorfreude verwandelt sich in eine tiefe Depression. Mit Ersatzterminen ist nicht vor Ende des Jahres zu rechnen. Zum Umtausch bzw. zur Rücknahme der Tickets solle man sich an den Veranstalter wenden.

Es hätte nicht schlimmer kommen können. Die Band des Jahrzehnts sagt ihre Konzerte in Europa ab.
Bleibt nur noch eins zu sagen: Gute Besserung, Win!

Alex

Quelle: http://www.arcadefire.net/tour-dates/european-tour-cut-short-due-to-illness/

bisher 1 Kommentar 25.März 2007

Zur Verteidigung des (last.fm-)Mainstreams

Nachdem ich auf http://mainstream.vincentahrend.com/ erfahren habe, dass meine bei last.fm gescrobbelte Musik fast “60% Mainstream ist”, habe ich, vielleicht notgedrungen, begonnen darüber nachzudenken, was schlecht am Mainstream sein soll.

Zunächst einmal sollte man vielleicht feststellen, dass das last.fm Durchschnittsmitglied völlig andere Musik hört, als der durchschnittliche “Pophörer”. Dadurch erscheint es durchaus fragwürdig, selbst die populärsten Bands bei last.fm präventiv als Mainstream abzustempeln. Zu den Top20-Bands bei last.fm gehören beispielsweise The Killers und The Shins, die, trotz ihrer Popularität im Nischenbereich des Indie, vom Mainstreamradio großteils ignoriert werden.
Die erste Feststellung sollte daher lauten: Last.fm wird primär von jungen, fortschrittlichen Internetusern benutzt. Daher ist es beinahe vorhersehbar, dass Tokio Hotel und DSDS-Retortensänger hier nicht unbedingt Fuß fassen. Was bei last.fm viel gehört wird, muss in der gemeinen Popkultur noch lange nicht populär sein und andersherum. Wenn es ein reines Metal-Last.fm gäbe, und man dort ein Mainstream-O-Meter einrichten würde, dann würde das Ergebnis auch nicht viel über den Anteil der Populärmusik am Musikgeschmack eines Mitglieds aussagen.

Zweitens denke ich, dass man sich nicht dafür schämen muss, populäre Musik zu hören. Es ist genauso töricht, populäre Musik zu hören, weil sie populär ist, wie sie nur aus diesem Grund abzulehnen. Muss man aufhören, The Arcade Fire zu genießen, nur weil diese Band momentan von allen Feuilletons gefeiert wird? Der Hype kommt, der Hype geht vorbei, die gute Musik bleibt. In den meisten Fällen wird es wohl einen Grund geben, warum eine Band / ein Lied besonders populär ist. Wieso sollte man dieses Lied / diese Band nicht mögen? Muss ich etwas ablehnen, weil es die Mehrheit mag? Nein.
Die zweite Feststellung muss daher lauten: Höre die Musik, die dir gefällt! Egal, ob sie populär ist, oder nicht. Vergiss nie, dich nach neuen Bands “umzuhören”, aber schäme dich auch nicht dafür, Musik zu genießen, die allgemein als hörbar akzeptiert wird. Die Mischung macht’s!

bisher 4 Kommentare 23.März 2007

The Arcade Fire: Neon Bible

Einige Zeit lang habe ich mir Gedanken gemacht, wie ich diesen Artikel am besten benennen sollte.

Mit jeder Überschrift bin ich zum Scheitern verurteilt, kein Satz von 5-10 Wörtern kann beschreiben, was für ein stimmungsvolles Meisterwerk The Arcade Fire gelungen ist, jeder Beschreibungsversuch wäre in diesem Zusammenhang eine unzumutbare Untertreibung der Leistungen dieses Indie-Orchesters.

An dieser Stelle könnte ich, wie die meisten Feuilletons komischerweise auch (sogar der Stern…), erwähnen, dass David Bowie, U2, Coldplay und viele andere ihre Sympathie für Arcade Fire bekundet haben, doch was würde das schon aussagen? Nicht mehr, als dass Ihnen gute Musik gefällt. Und wer könnte es Ihnen verübeln?
Wer Funeral gehört hat und in Neon Bible ein zweites solches erwartet, wird wohl enttäuscht. Die Texte sind noch verzweifelter, die Musik düster geworden.
Zwar gibt es Songs wie “Keep The Car Running” oder “No Cars Go”, welche auch auf Funeral ihren Platz bravourös eingenommen hätten (verständlich, No Cars Go stammt ja sogar noch aus Zeiten vor Funeral), aber insgesamt ist dieses Album tiefgründiger und selbstkritischer geworden. Die emotionalen Brennpunkte dieser düsteren Offenbarung stellen wahrscheinlich “Ocean Of Noise” und das wirklich überwältigende “Intervention” dar. Treffender und einfacher als ein Radiomoderator von BBC kann man es wohl nicht formulieren:
“If that doesn’t get you, man, if that doesn’t get you somewhere special. I’m sorry for you.”

Wenn Funeral einem Traum glich, gleicht diese Prozession, dieser dunkle Gottesdienst, wohl eher einem Albtraum. Interessanterweise schafft es The Arcade Fire jedoch, nie in endgültige Depression abzurutschen. Der Weltschmerz wird offenbart, die Verzweifelung aufgezeigt, und doch bleibt immer ein Hoffnungsschimmer. Nie bleibt die Musik stehen, in ihrer eigenen Verzweifelung hängen, immer kämpft sich die Zuversicht hervor, bahnt sich ein Ausweg an. Das Album macht melancholisch, aber glücklich.

Nie war es schöner, den Untergang der menschlichen Zivilisation und des Hedonismus zu zelebrieren. Nie wurde Agnostizismus schöner ausgedrückt. Der Wille zu glauben und die Gewissheit nicht glauben zu können. Nie war man sich der eigenen Überflüssigkeit, niedergerungen und überwältigt durch Orgel und Glockenspiel, bewusster als hier. Und doch gibt dieses Album Halt und Zuversicht. Du bist nicht allein.

Opium für die geschundene Seele? Die Bibel des 21.Jahrhundert? Vielleicht. Auf alle Fälle ein grandioses Spektakel zwischen spirituellen, instrumentalen Pomp und einer vom Rationalismus zermürbten, tief im Innern jedoch zutiefst pathetischen Seele.

“Been Working for the church while my family dies.
Your little baby sisters goinna lose her mind.
Every spark of friendship and love
Will die without a home.”

Hear the soldier groan, “We’ll go at it alone”.

I can taste your fear
It’s gonna lift you up and take you out of here.
And the bone shall never heal;
I care not if you kneel.

bisher 2 Kommentare 12.März 2007

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