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Freie Bücher im Internet finden

Da das Urheberrecht auf Bücher (in Deutschland) 70 Jahre nach dem Tod seines Autors verfällt, sind die meisten Werke, die bis zum Ende des 19.Jahrhunderts veröffentlicht wurden, bereits frei zugänglich. Doch wo finden?

Was nützt einem das Wissen über das Recht die Werke frei zu nutzen, wenn sie nicht auffindbar sind? Da sich bisher keine unabhängige, gut funktionierende Suchmaschine für "public domain"-Texte im Internet gebildet hat, bleibt einem oft nichts anderes möglich, als die großen Seiten der Branche abzugrasen. Doch keine Angst, in den meisten Fällen wird man schnell fündig. Hier mal eine Übersicht über meine wichtigsten Quellen für "freie Bücher":

http://www.gutenberg.org/
Die beeindruckenste Seite mit meist englischspachigen Texten.

http://www.gutenberg.org/browse/languages/de
Die deutschen Texte der obengenannten Seite.

http://www.digbib.org/
Großteils deutsche Standardwerke; noch recht klein.

http://books.google.de/
Natürlich bietet sich auch Googles Buchsuche und Googles Bibliothek an, doch auch hier sind es vorwiegend englischspachige Werke. Finde ich persönlich nicht besonders gelungen, findet (bei mir) recht wenig sinnvolles.

http://www.meyers-konversationslexikon.de/
Der Versuch "Meyers Konversationslexikon" in der Ausgabe von 1888 zu digitalisieren. Sozusagen eine veraltete Wikipedia.

http://1911encyclopedia.org/
"Encyclopedia Britannica" aus dem Jahr 1911. Siehe "Meyers Konversationslexikon".

http://wiki.netbib.de/coma/StartSeite/
Wiki als Sammelpunkt für weitere Recherchen zu freien Büchern, sehr umfangreich.

http://de.wikisource.org/
Wikisource ist ein Teil des Wikimedia Projekts und steht somit in "Verwandschaft" mit der Wikipedia. Hier werden deutschsprachige oder ins Deutsche übersetzte "Quellen" gesammelt. Empfehlenswert!

http://gutenberg.spiegel.de/
Projekt-Gutenberg, möchte sich als deutsche Alternative zum Gutenberg-Projekt entwickeln. Doch Vorsicht: Die Betreiber namens Hille+Partner behaupten, dass sie einen urheberrechtlichen Anspruch auf die veröffentlichten Werke und ihre Formatierung und Verlinkungen haben. Daher ist es auch verboten, komplette Texte herunterzuladen und weiter zu verbreiten. Sehr fraglich! Lieber nur im Notfall benutzen ;-) !

Wenn ihr keine Klassiker sucht, sondern Bücher, die gleich gemeinfrei veröffentlicht werden/wurden, seid ihr auf folgenden Seiten richtig:

http://www.oreilly.com/openbook/
Der Computerbuchverlag O’Reilly hat einen Teil seiner Computerbücher gemeinfrei veröffentlicht. Ein paar wenige deutsche Bücher sind dabei.

http://de.wikibooks.org/
Wikibooks, auch mit der Wikipedia verwandt, veröffentlicht auch regelmäßig jede Menge interessante (deutschsprachige) Bücher! Jeder kann mithelfen!
Im Zweifelsfall gibt es immer noch das ganz normale Google, mit dem man das Web auch einfach durchsuchen kann. Oft wird man auch da fündig!

Edit 30.9.2007: http://www.zeno.org/
Neue Webseite mit alten Lexika, inzwischen gemeinfreier Literatur, philosophischen Essays, alten Geschichtsbüchern und vielem mehr. Auf jeden Fall einen Blick wert!

Viel Glück bei eurer Suche!

bisher 7 Kommentare 14.Mai 2006

Oranjes Bye Bye… oder wie man in einem Monat mit nichts mehr als 30.000€ verdient

Seit mehreren Wochen kursiert im Internet ein Link zur Seite http://www.oranjes-bye-bye.de/, welche nach eigenen Angaben versucht, einen Besucherrekord einer niederländischen Seite zu brechen. Interessant ist jedoch, dass es die niederländische Seite anscheinend nie gegeben hat. Doch das interessiert keinen. Die deutschen Internet-Noobs und Jamba-Fans besuchen die Seite regelmäßig, so dass die Seite jetzt wirklich mehr als 25 Mio. Besucher in 3 Wochen hatte. Das "Feindbild" des Niederländers reicht wohl aus, um den Deutschen aus der Reserve zu locken und einen wahren Besucher-Marathon auszulösen… Schlimm und peinlich für alle Deutschen. Nun, wenn es die niederländische Seite nie gab, wieso macht der Betreiber dann so einen Aufwand? Ganz einfach. Er schaltet Werbung auf seiner Seite und verdient mit. Stellen wir uns vor, von 25 Mio. Millionen Besuchern klickt nur jeder Tausendste auf einen Banner (die Zahl ist nicht zu hoch angesetzt, im Gegenteil, gerade wenn man das Klientel der Seite betrachtet). Dann hat der Admin schon 25000 Klicks in 3 Wochen. Und wenn wir uns jetzt noch vorstellen, dass der Admin für jeden Klick nur 0,20€ bekommt, dann landen wir bei (25.000.000 : 1000) x 0.20€ = 5000€ 5000€… für eine aus der Luft gegriffene Aktion. Aber das war längst nicht alles. Der Admin schaltet auch einen Banner für 100 FreeSMS, für die er, pro Anmeldung, mind. 10€ erhält. Die Zielgruppe der Seite wird sich natürlich auch bei den FreeSMS blenden lassen. Stellen wir uns nur mal vor, dass sich auch hier jeder Zehntausendste registriert. (25.000.000 : 10000) x 10€ = 25000€ 25000€ + 5000€ = 30000€. Für nichts und wieder nichts. Und jetzt denkt dran, ich habe extra mit einem sehr kleinen Prozentsatz an "Anmeldern" und "Klickern" gerechnet. In Wirklichkeit wird er höher liegen, viel höher. In den AGBs des FreeSMS Anbieters steht aber auch:

Nach Anmeldung zu spacesms.de stehen Ihnen einhundert SMS zur Verfügung. Sie können diesen Testzugang innerhalb von vierzehn Tagen kündigen. Ab dem fünfzehnten Tag beauftragen Sie Spacesms Ihnen jeden Monat einhundert SMS für nur acht Euro brutto gutzuschreiben. Der Betrag wird jährlich im Vorraus berrechnet. Die Laufzeit beträgt vierundzwanzig Monate.

Oh! Interessant!!! Die ganze Sache überrascht mich kaum. Ein Admin versucht aus der Dummheit der Menschen Profit zu schlagen. Jeder halbwegs normale Mensch kann merken, dass die Sache ein Fake ist. Doch niemand beschäftigt sich ein wenig hintergründiger mit der Seite. Nein, hauptsache wir schlagen die Niederländer!!! In wenigen Tagen werden sich wohl einige Kinderchen wundern, warum sie 96€ ärmer sind (und nächstes Jahr nochmal 96€…)?! Das sind die gleichen Leute, die Jamba-Abos kaufen, und sich dann wundern, warum ihr Guthaben so schnell alle ist?! Ich hoffe, dass diese Aktion eine Lehre ist. Das Einzige, was mich wirklich überrascht, ist dass wirklich so viele Leute diese Seite besuchen. Dies ist das bestfunktionierendste Schneeballsystem das ich kenne. Hier sieht man mal, welche Größenordnung und wirtschaftlichen Faktor die Jamba Generation in unserer Gesellschaft einnimmt. Von daher muss man dem Admin fast ein wenig Respekt zollen, da er, wenn auch mit fraglichen Mitteln, eine wahre Marktlücke gefunden hat(te). Inzwischen gibt es viele Nachahmerseiten, die jedoch alle bei weitem nicht die Popularität der ersten Seite erreichen. Wahrscheinlich haben unsere Jamba-Kinder erstmal für 4 Wochen Computerverbot von ihren Eltern bekommen. Und unser Admin, der übrigens Ferdinand Gundermann heißt, … ach ja, der verkauft seine Seite jetzt (hier nachzulesen). Genau im richtigen Moment. Wahrscheinlich macht er erstmal Urlaub auf den Malediven. Hat ja jetzt genug Geld. Und um die armen Kinderchen… um die tut es mir kein bisschen Leid. Irgendwann müssen auch sie lernen mit Geld umzugehen.

Wir haben die Niederländer besiegt und irgendwie doch nicht. Wir haben mehr SMS-Pakete bestellt als sie. Wir haben die Niederländer zumindest in Sachen Dummheit geschlagen. Wir sind Deutschland.

Alex

 

P.S.: Wer ein Zeichen gegen den "Hass" setzten will, kann ja mal folgende Seite verlinken: http://www.oranjes-stay-stay.de/. Hat auch keine Werbung ;-). Dieser Blog hier hat eine ähnliche Ansicht zu der "Masche" des Betreibers: Hier klicken!

bisher 17 Kommentare 23.April 2006

Google Earth mit neuen (alten) Karten!

Wie heise gestern berichtet hat, wurden die Karten bei Google Earth enorm verbessert. Bisher waren nur Ballungsräume in der höchsten Auflösung verfügbar, jetzt ist es fast ganz Deutschland. Ich habe es ausprobiert und bin restlos begeistert! Man kann sogar unser Ferienhaus im Thüringer Wald erkennen. Leider scheint das Material nicht besonders “frisch” zu sein. Fur München stammt es wohl aus dem Zeitraum 2000-2002, da das Campeon auf den Bildern noch nicht begonnen wurde!

Trotzdem eine wirklich tolle Neuerung! Ausprobieren!

Alex

bisher 4 Kommentare 25.März 2006

Klickibunti für Linux: Xgl eröffnet neue Möglichkeiten

Mac OS X ist ein Betriebssystem für Träumer und Ästheten.
Linux ist ein Betriebssystem für Rationalisten.
Und Windows ist für Otto Normalverbraucher (= Rest).

So, oder so ähnlich stelle ich mir die aktuelle Rollenverteilung der Betriebssysteme vor. Und da Windows auch gern “hübsch” wäre, wird nun versucht, die Oberfläche von Windows per Aero und anderen Spielereien für Vista zu einem Mac OS X Klon umzuarbeiten. Das Design und Look and Feel der Betriebssysteme wird immer wichtiger und die Funktionalität steht dabei meist etwas im Hintergrund.

Der Ruf, dass Linux nur was für Programmierer oder Experten wäre, hat sich zum Glück in den letzten Jahren, Suse und Ubuntu sei Dank, etwas abgeschwächt. Nichtsdestotrotz muss man, wenn man als Betriebssystem für die breite Masse attraktiv sein will, neue grafische Features in “Linux”, sprich in den X-Server und in den Fenster-Manager, integrieren, um auch zukünftig mit Mac OS X und Vista mithalten zu können.

Und hier kommt Xgl ins Spiel:
Xgl ist… ach, Wikipedia weiss es eh besser als ich:

Xgl ist eine Implementierung des X-Window-Systems, die durch OpenGL hardwarebeschleunigt ist. Sie befindet sich gegenwärtig in der Frühphase ihrer Entwicklung.

Die Entwicklung der Xgl-Architektur wurde Ende 2004 durch den Novell-Mitarbeiter David Reveman bekannt gegeben. Der Quellcode wurde am 2. Januar 2006 geöffnet und in das freedesktop.org-Projekt einbezogen. Im Zuge dessen wurde die Programmstruktur stark umgestellt, um die Aufnahme zusätzlicher Grafiktreiber zu erleichtern.

Xgl soll auf dem Linux-Desktop zusätzliche Effekte wie Transparenz, Schattierungen oder Animationen ermöglichen, welche die 3D-Funktionen moderner Grafikkarten ohne zusätzliche Belastung des Prozessors ausnutzen. Gegenwärtig verfügen die meisten PCs über entsprechende Karten, jedoch bieten viele Hersteller keine Open-Source-Treiber für die unterstützten Plattformen an.

Soviel zur Theorie.

Das Ganze Projekt wird bereits seit Ende 2004 eintwickelt und seit Januar kann jeder Xgl ausprobieren. Vor einigen Tagen ist eine LiveCD mit Xgl erschienen (bitte hier klicken), sodass auch ein Linux-Noob (->ich<-) das Ganze problemlos ausprobieren kann. Momentan sollte man von Xgl noch die Finger lassen, falls man sich nicht ganz sicher ist, was man tut.

Also, LiveCD eingelegt, PC neugestartet, Linux gebootet und… zack, Xgl geht nicht. Prima. Wieso? Zu neue ATI Grafikkarte (X1600Pro). Wird nicht vom Treiber unterstützt. Toll. Unterstüzt werden die meisten nVidia Karten und alte ATi Karten. Also… An den PC meiner Eltern, die eine Radeon 7500LE haben. Unerklärlicherweise funktionierte die LiveCD auch hier nicht. PC ausschalten, die erst seit einer Woche ausrangierte FX5200 aus der Kiste rauskramen (das die so schnell wieder zu Ehre kommen würde, hatte sie selber nicht erwartet), einbauen, PC starten, Linux von CD booten und… zack, Gnome Oberfläche!!! Schon kann das Abenteuer losgehen. Hier einige “Features” im Überblick:

  1. Mit Alt-Tab kann man zwischen laufenden Programmen hin und her wechseln. Das kennt jeder. Doch hier gibt es kleine, live-aktualisierte Vorschaubilder.
  2. F12 liefert eine interessante Übersicht über alle geöffneten Fenster (alle offenen Fenster werden so verkleinert, dass man sie alle auf einmal sehen kann). Leider habe ich davon keinen Screenshot gemacht!
  3. Die meisten wissen, dass man bei KDE & Gnome mehrere Desktops benutzen kann (also 4 Oberflächen gleichzeitig). Dies wird hier wieder aufgegriffen, jedoch 3D! Wenn man z.B. ein Programmfenster an den rechten Bildschirmrand schiebt, und dann zum nächsten (jeweils rechten) Desktop wechselt, kann man das Programmfenster hier hineinziehen. Außerdem kann man die 4 Desktopoberflächen als Quader betrachten (siehe Screenshots!).
  4. Das Geniale daran ist, dass z.B. ein Video in einem Programm das auf der “Kante” zwischen 2 Oberflächen liegt, im 3D Modus normal weiterläuft!!! Das Video stockt nicht, garnichts, es läuft flüssig weiter! Unglaublich! Auf diese Weise kann jedes Programm zwischen 2 Desktops platziert werden (siehe Screenshot mit Firefox und diesem Blog hier)!!!
  5. Transparenz kann ganz einfach per Maus eingestellt werden.
  6. Allerlei Spielereien: Wenn ein Fenster bewegt wird, “schwingt” es nach; Fenster “ploppen” auf.

Insgesamt war ich einfach nur beeindruckt. Die Geschwindigkeit war einfach nur grandios. Keine Ruckler, kein “Stottern”, im Gegenteil: Ich fand das System von CD schneller als Gnome in Ubuntu 5.10. Genial und genial schnell.

Natürlich wird der ein oder andere diese Neuerung für sinnlos halten. Doch ich fand Xgl einfach nur interessant und hübsch! Die Puristen müssen es ja nicht benutzen, für alle anderen bietet es nette Ideen, lustige Spielereien und sinnvolle Erweiterungen. Gerade der “Würfel” hat es mir angetan.

Alle, die es ausprobieren wollen, sie die LiveCD empfohlen, zumal eine echte Installation momentan noch recht risikoreich ist.

Alex

Links:

Screenshots:

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Update: Golem hat ein interessantes Interview zum Thema mit Nat Friedman von Novell veröffentlicht: http://golem.de/0603/44074.html

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