Seit Jahren verbrauchen die PCs immer mehr Strom. Dabei wäre beim Heimanwender in den meisten Fällen, von Video-Encoding und Spielen abgesehen, nur ein Bruchteil der Leistung nötig. Wer nur Word und Emule benutzt, ist selbst mit einem aktuellen Low End Prozessor völlig überdimensioniert ausgestattet.
Mein PC (AthlonXP 2500+, 1024MB RAM, ATi X1600Pro, 2x HDD) braucht im Idle-Modus zwischen 100 und 120W. Dazu muss der PC gerade gar nichts “zu tun haben”, es reicht, dass er an ist. Wenn ich den PC jetzt 10 Stunden laufen lasse, um z.B. eine Linux Distribution per Emule oder Bittorrent herunterzuladen, dann habe ich, bei 100W, 1kWh. Auf Dauer geht das ganz schön in’s Geld und ist zusätzlich umweltschädigend.
Wieso also nicht einen alten PC einsetzen? Leistung für Emule hätte der noch genug, und der Verbrauch wäre geringer! Deshalb hab ich mich jetzt in der Ferienwoche mal an die Umsetzung eines kleinen “Server-Projektes” gemacht. Ich wollte mir auf Linux-Basis einen Rechenknecht für Downloadaufgaben basteln.
Was brauchen wir:
- alten PC (am besten PI/PII oder AMD/Cyrix Gegenstück, möglichst mind. 128MB RAM, Festplatte)
- sparsame Linux Distribution (in meinem Fall DamnSmallLinux)
- Emule/Bittorrent-Ersatz für Linux (in meinem Fall MLDonkey)
- ein kleines bisschen Linux-Vorkenntnis (meine Noob-Kenntnisse haben gereicht^^)
Da in der Nachbarstraße vor Kurzem ein PII mit 233 mHz, 256MB RAM und 2GB Festplatte weggeworfen wurde, habe ich diesen als Basis für mein kleines System benutzt. CD-Laufwerk eingesetzt, DamnSmallLinux installiert, CD-Laufwerk ausgebaut. Nun habe ich alle weiteren, nicht benötigten, Komponenten wie z.B. Diskettenlaufwerk ausgebaut, bzw. abgeklemmt (aus Stromspargründen). Dann habe ich eine vorkompilierte Version von MLDonkey installiert. Außerdem habe ich, um Daten auf den Server abzulegen und herunterladen zu können, einen FTP-Server installiert. Bei DamnSmallLinux ist BetaFTPD dabei, also setze ich dieses Programm als Daemon ein. Zusätzlich installiere ich, was aber nicht benötigt wird, einen Apache mit PHP auf dem Server (das gibt es für DamnSmallLinux auch schon vorkompiliert und vorbereitet). Der Apache ist zwar nicht zwangsläufig nötig, doch für zusätzliche Webinterfaces ist PHP notwendig. Wer aber das Standardwebinterface benutzen will, braucht den Apache eigentlich nicht. Ich setzte den Apache jetzt ein, um meinen PC per Webinterface herunterzufahren. Wie das geht, steht hier. Außerdem kann man immer mal einen Webserver brauchen^^.
Ich lasse MLDonkey, den FTP-Server und den Apache per .xinitrc automatisch bei jedem PC-Start mitstarten, so dass ich den PC nur anschalten muss und dann gleich wieder gehen kann ;). Der MLDonkey wird mit vielen ini-Files konfiguriert, was sich im ersten Moment etwas schwierig gestaltet. Allerdings gewöhnt man sich daran, da das Webinterface einem viele Aufgaben abnehmen kann. In das Webinterface kommt man per “IP”:4080 (IP ist die IP des PCs im Netzwerk; 4080 ist also der Port). Allerdings muss man alle IPs die auf das Webinterface zugreifen dürfen sollen erst von Hand “freischalten”, standardmäßig ist nur der localhost freigegeben. Ich habe mich auch zuerst gewundert, warum ich im LAN nicht ins Webinterface kam… Alles andere erklärt sich von selbst. Der PC braucht jetzt ca. 40W im Betrieb. Und das mit einem Prozessor der ersten Pentium 2 Generation. Die 2.Generation bräuchte sogar nur halb so viel Energie, so dass dergesamte PC schätzungsweise bei 25-30W landen würde. Leider wird diese Generation nicht von meinem Motherboard unterstützt. Trotzdem spare ich so schon viel Energie ein, die unserer Natur und dem Geldbeutel zu Gute kommt! Ein gutes Gefühl ;).
Alex